DER TON MACHT DIE MUSIK

WOHER KOMMT DER KLANG BEI EINEM DIGITAL-PIANO?

er Ton macht die Musik – Woher kommt der Klang bei einem Digital-Piano?


In Zeiten von Smartphones, Tablets und Apps, mit denen es möglich ist, einfach „Klangereignisse, neudeutsch Samples genannt“ aufzunehmen, sollte man meinen, dass die besagte Reproduktion ein Kinderspiel sei. Weit gefehlt!


Die authentische Reproduktion eines großen Konzertflügels ist für uns als Hersteller von elektronischen Klavieren so etwas wie die Suche nach dem heiligen Gral.

DAS ORIGINAL

Ein Klangereignis – so beschreibt man am besten was passiert, wenn die Taste eines Konzertflügels angeschlagen wird.

Saiten schwingen, der Resonanzkörper aus Fichtenholz überträgt, komplexe Obertöne sind hör- und fühlbar, ein nicht direkt ortbares Klangereignis entsteht. Wir nennen es „Die Faszination des Instruments“. Und genau dieses Ereignis gilt es als Momentaufnahme einzufangen. Von dem Moment, wenn der Filzhammer die Saite trifft, der virtuose Pianist gekonnt den Dämpfungsfilz hebt und den Konzertflügel mit seiner unvergleichlichen Seele zum Leben erweckt.

Selbstredend trägt der Raum, besser gesagt das Konzerthaus mit seiner Akustik noch einen elementaren Beitrag dazu bei.


DIE AUFNAHME

Um solch ein komplexes Klangbild aufzunehmen bedarf es ausgefeilter Studiotechnik. Der Konzertflügel wird mit mehreren Kondensator-Mikrofonen „abgenommen“. Weitere Mikrofone werden im Raum positioniert um die Akustik ebenfalls abzubilden. Hochwertige Mischpulte und Peripheriegeräte sind notwendig, um den Flügel, respektive jeden einzelnen Ton der spielbar ist, in Szene zu setzen. Über 1.000 solcher Einzelbilder entstanden bei der Aufnahme-Session in Hamburg zum neuen Klang der GEWA Pianos.

DIE ELEKTRONIK

Mit der neuesten Prozessor- und Speichertechnologie ergeben sich für uns bis dato ungeahnte Möglichkeiten. Wir nennen dieses Verfahren hausintern „Quantum“. All die digitalen Informationen können nahezu in Echtzeit abgerufen und verarbeitet werden.

Gepaart mit einer Memorykapazität die ausreichen würde, einen amerikanischen Blockbuster in HD und Directors Cut in Überlänge abzuspeichern, stehen uns nun technisch gesehen alle Türen offen. Mit dem neuen Board nutzen wir die Möglichkeiten.


DIE TASTATUR

Der Klavierschüler und der studierte Konzertpianist haben eines gemeinsam. Um technisch zu bleiben: „Das Interface“ – also die Schnittstelle zwischen Musiker und Instrument – Finger bewegen Tasten. Und Finger wollen dieses unbeschreibliche Erlebnis der Hammertechnik spüren.


Und gleich ob Schüler oder Virtuose, dieser Vorgang stellt die Paradedisziplin dar. Durch drücken einer Taste (natürlich sind alle Dynamikstufen spielbar) wird ein elektronischer Kontakt ausgelöst und ein digitaler Wert an das Hauptboard übermittelt.


Dieser Wert ruft das Einzelbild ab. Dieses wird wiederum über eine digitale Endstufe verstärkt und gelangt so zum Lautsprecher, wo das Signal umgesetzt wird.


In der Neuzeit, also jetzt, sind über 250 Töne gleichzeitig spielbar.


Puristen werden immer noch skeptisch sagen: Holz bleibt Holz – Ein Flügel ist ein Flügel, weil er so klingt und so vibriert. Seit 1859 klingen bis zu 700 Kg Stahl, Guss und Holz, 230 Stahlsaiten und ein Rahmen der bis zu 25 Tonnen tragen muss.


Richtig, aber in der Neuzeit werden Häuser meist auch nicht mehr mit Kohle oder einem offenen Feuer beheizt, sondern zentral. Auch schön warm!

Texte: GE