UNTERWEGS MIT… NIKOLAS GESCHWILL

NIKOLAS GESCHWILL IST IN DER DRUM-CIRCLE-SZENE BEI WEITEM KEIN UNBEKANNTER MEHR.

er Anfang 40 junge Wahlkölner engagiert sich seit über zehn Jahren im Thema. Viele Kollegen kennen ihn von seinen regelmäßigen Besuchen von Arthur Hulls Workshops.

Seit Längerem arbeitet Nikolas an Schulen, wobei sich sein Fokus zunehmend auf die Arbeit in sozialen Brennpunkten und in der Flüchtlingshilfe konzentriert. Und das weitestgehend in Vollzeit. Grund genug, mir mal den Arbeitsalltag dieses Workaholics anzuschauen.

Dienstagabend, 18:00 Uhr -
Ich komme wie verabredet an der Musikschule Ahaus an, um mich mit Nikolas Geschwill zu treffen. Ahaus ist eine kleine Stadt im Münsterland, circa zwei Autostunden von Köln entfernt. Nikolas hat hier Verbindungen aus seiner Jugend, eine feste Beziehung zur örtlichen Musikschule und eine politische Lobby für das Trommeln. Deshalb ist er hier mittlerweile auch beruflich fest verwurzelt und fährt einmal die Woche von Köln hierhier.

Nikolas beginnt, wie jede Woche, seinen „Ahaus-Tag“ um acht Uhr morgens, natürlich an einer Schule, dem Berufskolleg von Ahaus. Hier trommelt er mit Kids und Jugendlichen, wechselt zwischendurch die Schule und trommelt weiter. Nach seiner letzten Gruppe - einer 25-köpfigen internationalen Klasse - geht es noch für ein paar Unterrichtsstunden in die Musikschule. Schlagzeugunterricht. Zum runterkommen.

Ich treffe Nikolas nach seiner letzten Unterrichtsstunde. Der Arbeitstag ist schließlich noch nicht vorbei. Ich habe ihm ein paar neue REMO Festival Drums mitgebracht, die wir jetzt zusammen auspacken und ausprobieren. Fotos und Videos davon findet ihr auf unserer Facebookseite. Dann werden die Trommeln in seinem Auto verstaut, und es geht zum letzten Termin des Dienstags, dem wöchentlich (!!) stattfindenden Offenen Drum Circle Ahaus „Fremde werden Freunde“.

Nach großem Hallo der Mitarbeiter der Caritas-Einrichtung Café Fair, laden wir mit zahlreichen Helfern das Instrumentarium aus und richten uns einen beschaulichen Kreis ein. Etwa zwanzig Personen jeden Alters und jeder Nationalität finden an diesem Dienstag ihren Weg in das Café Fair. Eine tolle Atmosphäre. Wir trommeln gute eineinhalb Stunden. Zusammenpacken und ab nach Köln.


Wir lassen den Tag bei einem Kölsch an der Hotelbar ausklingen und freuen uns auf morgen.
Während wir in der Hotelbar sitzen, bekommt Nikolas noch eine Nachricht und grinst: „Hab eben noch 'nen offenen DC in Düsseldorf für morgen Nachmittag bestätigt bekommen.“ Na dann…

Mittwochmorgen, 10:00 Uhr -
Wir saßen bis um halb zwei in der Hotelbar, trotzdem ist Nikolas seit 8 Uhr morgens schon wieder bei seinem ersten Trommeleinsatz.
Glück für mich, wir sind erst um zehn Uhr an einer Hauptschule in Köln Radeberg verabredet. Seit drei Jahren arbeitet Nikolas hier jede Woche. Das heutige Menüe: Einmal Drum Circle mit Fünftklässlern, einmal internationale Klasse, einmal Sechstklässler. Großartig. Wirklich. Wer Nikolas mal gesehen hat (falls nicht: Über zwei Meter groß, bevorzugte Farbe Schwarz) kann sich das so vielleicht nicht gleich vorstellen, aber die Kinder bringen ihm neben einem gesunden Respekt eine spürbar große Zuneigung entgegen. Die Atmosphäre ist entspannt und sicher. Es macht wirklich Spaß, im bei seiner Arbeit zuzuschauen.

Für mich war es das. Wir gehen noch zusammen Mittag essen, schmieden ein paar Pläne und dann geht es für mich zurück und für Nikolas nach Düsseldorf. Wie gesagt: Er hat gestern einen offenen DC bestätigt bekommen.
Natürlich wird er nach diesem DC noch ein bisschen unterrichten. Bloß keine Langeweile.

Nikolas Geschwill ist mehrfacher Absolvent des dreitage- und sechstage-Trainings von Arthur Hull. Schon seit vielen Jahren arbeitet Nikolas eng mit Gewa music zusammen. Seit 2018 ist er offizieller Remo Endorser. Seine Lieblingstrommeln: Natürlich alle in Schwarz!

Texte: Ben Flohr
Photos: Ben Flohr