RADIO ENERGY NEWCOMER CONTEST 2016.....THE STORY GOES ON

THOMAS RODENBACH - ODER: "WIE VIEL GEFÜHL PASST ZWISCHEN ZWEI TASTEN?"

Thomas Rodenbach, das klingt erst mal nicht besonders aufregend. Das könnte man an jedem x-beliebigen Klingelschild in Deutschland lesen. Statistisch gesehen ist ja auch jeder männliche Durchschnittsdeutsche 42 Jahre alt, leicht übergewichtig, 1,79 Meter groß und hat blaue Augen. Er liebt Baumarktbesuche und heißt Thomas. Ich übrigens auch....also Thomas. Bis auf die blauen Augen bleibt der Rest aber nur eine Statistik, wie übrigens bei Thomas Rodenbach auch. Und nebenbei kann der noch was, was ich nicht kann und eine ganze Menge andere Durchschnitts- Thomase auch nicht. Nämlich....richtig, richtig gut Klavier spielen.

Ja, gute Pianisten gibt es natürlich eine Menge, die machen in der Regel ihr Notenheft auf und dann wird in die Tastenwelt gelangt, dass einem die Kinnlade runter klappt. Bei Thomas war das irgendwie anders, er hat mal als Autodidakt angefangen, nach Gefühl und mit Gefühl herumgeklimpert, bis er an den Punkt gekommen ist, wo er für sich entschieden hat:

"Das stelle ich mal auf solide Füße".

Nach einer 5-jährigen klassischen Ausbildung hatte er sich dann die qualitative Basis geschaffen, die man auch heute noch hören kann.

Am Anfang gab es natürlich auch eine Band. Später aber, nach einer längeren Schaffenspause, zog es ihn immer mehr in Richtung Singer/Songwriter, wo ihm natürlich das Klavier wieder ein treuer Begleiter war. Er selbst bezeichnet sich als Kind der 80er und fühlt sich beeinflusst und inspiriert von Bands wie Toto, Chicago und Billy Joel; heutzutage kann er sich mit Coldplay oder One Republic identifizieren. Hört man ihn im Verbund mit seiner Band, kann man durchaus Parallelen ziehen, hört man ihn solo am Klavier fällt mir nur ein Name ein...yes! "Joshua Kadison", und das meine ich definitiv im positiven Sinne. Denn aus meiner Sicht: je weniger das Instrumentarium, umso mehr muss der Song kompositorisch auf Tasche haben.

Als ich mir die Songs das erste mal angehört habe, war ich irgendwie zwischen einer gewissen Leichtigkeit und wohltuender Melancholie hin und hergezogen. Eigentlich widersprüchlich, aber mir fällt nichts anderes ein, um es mit meinen Worten zu beschreiben. Ich denke das wird sowieso jeder für sich selbst definieren müssen. Zu den Balladen am Piano, z.B. "Feel me", empfehle ich einen leichten Spätburgunder, zu den etwas flotteren Songs wie "Not like that" darf es durchaus etwas Spritzigeres sein. Betrachtet man die Arrangements von Thomas im Gesamten, findet man sich immer in einer geschmeidigen Melodie wieder, die beim ersten mal hängen bleibt, aber ohne irgendwie kitschig zu wirken. Es wird sicherlich Leute geben, die das als leichte Kost abtun. Schaut man aber tiefer in die Komposition hinein, kommt man nicht umhin festzustellen, dass Abfolge und die Kombination der Akkorde clever gelöst wurden, um Piano und Gesang optimal miteinander harmonieren zu lassen.

Zu einem guten Song gehört in der Regel auch ein sinniger Text,

und der muss sich dann auch noch gut singen und an den richtigen Stellen betonen lassen. Das ist wirklich nicht immer einfach, da leider viele Wörter, die eine tiefgehende Aussage haben, von der Silbenstellung her rhythmisch schwer einzutakten sind oder gesungen einfach nur komisch klingen. Daraus ergeben sich, wie in der Musik auch, Abfolgen von Wörter, die in verschiedenen Liedern bei den verschiedensten Künstlern immer wieder auftauchen. Und das sollte man dann nicht immer als ein geplantes Plagiat sehen. Es harmoniert und funktioniert einfach gut im Verbund mit diversen Harmonieabläufen. Bei Mr. Rodenbach war es nach eigener Aussage am Anfang so dass eher die Musik im Vordergrund stand und dann der Text dazu geschrieben wurde. In letzter Zeit, meinte er, hat sich das Blatt ein wenig gewendet und es kommt immer öfter vor, dass er eine gute Textidee ausarbeitet und vertont.

Wie für die meisten Teilnehmer am Radio Energy Newcomer Contest ist es auch für Thomas in erster Linie am wichtigsten, seine Musik einer breiteren Masse zugänglich zumachen. Das ist heutzutage in den Zeiten von Internet und diversen Songportalen eigentlich keine große Kunst mehr- denkt man. Aber schaut man auf die andere Seite der Medaille, droht man natürlich auch immer in einem weltweit, allzeit verfügbaren Überangebot an Musik unterzugehen. Definitiv ist ein fokussierender Contest hierfür ein zielführendes Tool und man kann Thomas nur die Daumen drücken, denn er hat definitiv das Potenzial dafür, ganz weit vorne mitzumischen. Ja, neben dem Contest gibt es natürlich noch Live-Gigs. Ein ganz besonderer steht am 20.04. im Augsburger Spectrum an, dort tritt Thomas in kleiner Besetzung "unplugged" als Support von Saga auf - d.h. er am Klavier mit Gesang, begleitet von einem Gitarristen. 19:00Uhr geht's los. Sicherlich ein Highlight in seiner Karriere. Ich wünsche ihm auf jeden Fall alles Gute für den Contest und optimalen Erfolge und Spaß für den Gig mit Saga.

Texte: Thommy Neuhierl
Photos: Thomas Rodenbach
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