VIKINGS ON TOUR

VGS ACOUSTIC GUITAR WORKSHOP-TOUR 2017

Die Winterzeit ist ja bekanntlich die Zeit der Ruhe und der Besinnung ….. so wird es jedenfalls meistens angestrebt. Nun ja, der Weihnachtstrubel ist vorbei, die Hektik hat etwas nachgelassen, vielleicht keine schlechte Zeit, um sich mal auf die Socken zu machen. Schnell ein paar Gitarren und zwei Musiker eingepackt und dann ging es auch schon los. Einmal quer durch die Republik, über die Alpen nach Italien, dann noch bis Südfrankreich an die Atlantikküste. Knapp zwei Wochen auf Tour und dabei 11 Events veranstaltet: das nenne ich mal einen gut gefüllten Terminkalender.


Das Thema? Ach ja, das Thema!


Natürlich ging es um Gitarren, im Speziellen die VGS Akustikgitarren der Root- und Polaris-Serie. Wie wir wissen, gibt es die verschiedensten Marken, Formen, Farben, Bauweisen und Preisklassen auf dem Markt, und wenn wir ehrlich sind, geht es uns mit den Gitarren genauso, wie bei vielen anderen Sachen im Alltag: Man weiß manchmal einfach nicht mehr, was das Richtige für einen persönlich ist. Die eine Gitarre klingt gut, die nächste sieht cool aus und die über nächste lässt sich einfach nur gut spielen. Im Idealfall findet man dann auch eine Gitarre, die all diese Sachen in sich vereint ….hmmm, nicht selten stellt man dann nach Überprüfung der Finanzen fest, dass man wieder am Anfang seiner Suche steht. Aber das muss alles nicht sein, ich habe die perfekte…….nein, die perfekte Lösung kann ich auch nicht bieten, aber vielleicht einen Lösungsansatz.


Davon ausgehend, dass die Gitarre keinen Arm kosten soll, landet man schnell bei einem Instrument aus Fernost. Nichts gegen die Jungs da hinten die haben in den letzten Jahren ganz schön dazugelernt. Auf der anderen Seite hat auch jeder schon mal seine Erfahrungen mit Fernost- Produkten gemacht.

Nun ja, USA? Da gibt es auch nichts „für’n Appel und’n Ei“. Europa? Punktlandung! Man glaubt es kaum, es ist möglich. Wenn man die Scheuklappen mal etwas nach hinten klappt und sich in südöstliche Richtung bewegt, landet man irgendwann in Reghin/ RO in Siebenbürgen, bei den sieben…..hmmm das konnte ich mir nicht verkneifen.

Nein, in Reghin - früher mal Sächsisch-Regen - werden schon seit langer Zeit Instrumente gebaut. Die klimatischen Bedingungen passen, die karpatischen Wälder - und somit ein großer Teil der für den Instrumentenbau benötigten Materialien - stehen sozusagen vor der Haustür. All diese Vorzüge wurden auch durch die EU erkannt und entsprechend gefördert. Als Resultat erhält man eine für den Instrumentenbau interessante Mischung. Auf der einen Seite wird hier das Holz noch getrocknet wie früher, alles wird schön luftig aufgestapelt und dann darf es Zeit haben, nur die letzten 5% werden dann in einer Trockenkammer noch auf die perfekte Holzfeuchte für die Verarbeitung heruntergetrocknet. Auf der anderen Seite gibt es für knifflige Konstruktionen (Hals-Korpus-Verbindung) hightech CNC Fräsmaschinen, oder die Logos und Inlays werden per Lasercut ausgeschnitten. Sounddesign und Konzeption der VGS-Gitarren kommt aus dem vogtländischen Musikwinkel, wo auch schon C.F. Martin seine Spuren hinterlassen hat.


So, das war die Story, die wir mit unserer kleinen Workshop-Tour unter das Volk bringen wollten, in kurzer Version. Gut, über Gitarren erzählen ist das eine, nun möchte man natürlich auch gerne mal das Resultat hören, und da kommen Ragnar & Ragnar ins Spiel. Wir haben uns diesmal bewusst nicht für irgendwelche Fingerakrobaten entschieden, sondern Singer/Songwriter. Einfach, weil wir gedacht haben: Das ist doch das Haupteinsatzgebiet einer Akustikgitarre in der heutigen Zeit.


Hier ein paar Details zu unseren beiden Wikingern:


Ragnar Zolberg hat sein erstes Album bereits mit 11 Jahren veröffentlicht und ist seither als aktiver Musiker unterwegs.

Zwei Jahre später ging er mit seiner Band „Sign“ an den Start, mit der er bis dato 5 Alben veröffentlichte und mehrfach durch Europa und die USA tourte.

Aktuell ist Ragnar als Gitarrist und zweiter Sänger bei der schwedischen Prog Metal Band „Pain of Salvation“ aktiv. Im Januar 2017 wird das schon heiß erwartete Album “In the Passing Light of Day” veröffentlicht, bei dem Ragnar an der Seite von Daniel Gildenlöw als Songschreiber aktiv war.


Ragnar Ólafsson ist ein isländischer Multiinstrumentalist und Sänger. Er ist in Göteborg und Svalbard (nahe dem Nordpol) aufgewachsen, wo er die wahrscheinlich nördlichste Band der Welt ins Leben rief. Er ist Sänger und Keyboarder bei verschiedenen Metalbands, jedoch am meisten bekannt als Gründer der Indie/Folk Band Árstíðir, mit der er bereits vier Studioalben veröffentlichte, einen No. 1 Hit in Island feierte und in mehr als 30 Ländern unterwegs war. Mit einer wunderschönen a cappella Version der isländischen Nationalhymne, gesungen auf einem deutschen Bahnhof, wurde man mit nahezu 6 Millionen Klicks weltweit bekannt.


Wer die Möglichkeit hatte und eine unserer Veranstaltungen besuchen konnte, wird schnell gemerkt haben, dass die Beiden schon öfters zusammen musiziert haben. Speziell die zweistimmigen Gesangsparts waren sehr eindrucksvoll. Mit Songs aus ihren persönlichen Portfolios entführten sie die Zuhörer in mystisch anmutende nordische Klangsphären. Speziell ein altes isländisches Wikingerlied entwickelte sich während der Tour zu einem Highlight der Veranstaltung. Gänsehautfaktor! In lockerer Atmosphäre sprachen sie dann noch über ihre Vorgehensweise beim Songwriting und erzählten die eine oder andere lustige Anekdote, welche zu verschiedenen Songs inspiriert hat. Auch entstanden des Öfteren lustige Dialoge, wenn diverse Fragen aus dem Publikum beantwortet wurden.


Jeder Musiker, der schon mal getourt ist, wird mir bestätigen, dass sich nach einiger Zeit der wahre Charakter eines jeden Mitreisenden offenbart. In unserem Fall kann man nur sagen:


wahre Freundschaft gibt es nur unter Männern


…. hmmm…genau. Manchmal klappt es eben mit der Chemie und man hat trotz einiger Widernisse einfach nur eine gute Zeit miteinander. Irgendwie hat sich dieser Spirit auch auf das Publikum übertragen. Selten so viele Leute gesehen, die einen Workshop mit einem Grinsen im Gesicht verlassen haben. Sind eben auch zwei nette Jungs, der Ragnar und der Ragnar.

Auf dieser Sympathiewelle getragen, gingen die zwei Wochen natürlich um wie nichts. Es wurden neue Freundschaften geschlossen, Einladungen für das nächste Jahr ausgesprochen …und ja, wer weiß, vielleicht seid ja auch ihr das nächste Mal mit dabei; wenn wir wieder gemeinsam durch die Lande streifen.





Texte: Thomas Neuhierl
Photos: Thomas Neuhierl, Frank Haesevoets
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