DIE "OLYMPIADE DER TROMPETER" — GARNIERT MIT EINER ECHTEN SENSATION!

DIE 67. AUSGABE DES INTERNATIONALEN MUSIKWETTBEWERB DER ARD IN MÜNCHEN

urch seine weltweite Ausstrahlungskraft ist der Internationale Musikwettbewerb der ARD in München auch in diesem Jahr wieder Magnet für eine Riege an jungen, internationalen Musikerinnen und Musiker im Bereich Viola, Klaviertrio, Gesang und natürlich Trompete — 250 Toptalente durfte das Komitee des Wettbewerbs nach München einladen.

Nicht zuletzt das unglaublich anspruchsvolle Programm unterstrich wieder einmal das hohe Prestige des Internationalen Musikwettbewerb der ARD.

Im Bereich Trompete besetzten namhafte internationale Koryphäen wie Ketil Christensen (Vorsitz), Marco Blaauw, Eric Berlin, Mireia Farrés, Wim van Hasselt, Osamu Takahashi und Gábor Tarkövi die Jury.

Abverlangt wurde den jungen Trompeterinnen und Trompetern alles: Wer beispielsweise die diesjährige, moderne Auftragskomposition „fumbling & tumbling for solo trumpet in C“ von Olga Neuwirth meistern wollte, musste die komplette Bandbreite des eigenen Könnens abrufen. So genügte es nicht nur, das ritterliche Instrument perfekt zu beherrschen. Vielmehr war der Schlüssel um Publikum und Jury zu überzeugen eine gehörige Portion Kreativität.

Interessant war auch die Auswahl der einzelnen Teilnehmer aus dem Repertoire an klassischen und modernen Kompositionen. Daran ließen sich die unterschiedlichsten Strategien im Turnier ableiten: Zur Auswahl standen in den ersten beiden Durchgängen Werke unter anderem von Michael Haydn, Léon Stekke, Vladimir Peskin oder Oscar Böhme.

Bereits das Semifinale wurde von einem Symphonieorchester (Münchener Kammerorchester) begleitet, was die Erwartung an die Semifinalisten in hohem Maße steigerte. Im Finale begleitet dann das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks die jungen Talente.

Erwartungsgemäß waren alle Preisträgerkonzerte ausverkauft — alle vier Runden des Wettbewerbs wurden außerdem im Stream und im Radio übertragen.

Überwältigende Überraschung aus der Alpenrepublik

Die ohnehin hohe Messlatte, die sich aus der starken Leistung aller Finalisten auf ihrem Weg zu den Preisträgerkonzerten multipliziert hatte, wurde unstrittig von einer jungen Dame aus Österreich um ein gutes Stück erhöht.

Selina Ott wusste Fachjury und Publikum zu begeistern und setzte sich mit ihrer Performance der Premiumklasse gegen alle ihre männlichen Konkurrenten durch: „Sensation!“ — erklang es aus der gemeinschaftlichen Kehle von Fachjury und Publikum. Eine wahre Marie Curie der Trompeterzunft!

Als vierte Preisträgerin des 1. Preises reiht sich Selina ein in eine Riege großer Namen wie Maurice Jean André, dem ersten Erstplatzierten des Internationalen Wettbewerbs der ARD im Jahr 1963.

Dotiert waren die Preise mit 10.000 € (1. Preis), 7.500 € (2. Preis) sowie 5.000 € (3. Preis):

1. Preis: Selina Ott, Österreich

2. Preis: Célestin Guérin, Frankreich und Mihály Könyves-Tóth, Ungarn

Der 3. Preis wurde nicht vergeben.

Selina Ott krönte sich daher außerdem mit dem Alice-Rosner-Preis für ihre herausragende Interpretation von L. Berio, Sequenza X. Für den 1. Preis hatte GEWA Winds zudem eine Trompete von Vincent Bach gestiftet.

Die beiden Zweitplatzierten glänzten ebenfalls mit einer mehr als stattlichen Leistung.

Mihály Könyves-Tóth, geboren 1991 in Ungarn, ist seit 2012 Mitglied des Orchesters der Ungarischen Staatsoper. Der Franzose Célestin Guérin ist seit November 2017 Solotrompeter beim Orchestre National de Lorraine.

Allen drei Preisträgern steht eine große musikalische Zukunft bevor, denn neben den materiellen Preisen wartet eine unbezahlbare Erfahrung auf die jungen Sieger: Auf einige internationale Konzerte mit den Größen der Kammer- und Orchestermusik dürfen sich Selina, Célestin und Mihály in den kommenden drei Jahren freuen.

Im Bereich Trompete war das Teilnehmerfeld des Wettbewerbs zwar wieder einmal sehr international geprägt, ab dem Semifinale stellten sich jedoch ausschließlich europäische Musikerinnen und Musiker dem Publikum und der Fachjury.

Bezeichnend für den Internationalen Musikwettbewerb der ARD war auch der ganz eigene Charakter des Events: Als Zuschauer hatte man weniger das Gefühl, bei einem strengen Wettbewerb zu hospitieren. Die Atmosphäre war vielmehr geprägt vom Geiste meisterliche Konzerte!

Texte: Steffen Schneewind
Photos: Jan Linda / GEWA music GmbH
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