EIN BESUCH DER PAISTE MANUFAKTUR IN DER SCHWEIZ

AUF DEN SPUREN VON PAISTE - EIN BERICHT VON BENE NEUNER (PAISTE CYMBALS ARTISTS)

s gibt immer Gründe in die Schweiz zu fahren. Sei es die Landschaft, die schönen Städte oder einfach nur die Gaumenfreund. Oder man fährt zu einem der edelsten Beckenhersteller - in das beschauliche Nottwil. Direkt am Sempachersee gelegen hat sich hier Michail M.Paiste 1957 eine Fabrik aufgebaut, die schon mehrere Generationen an Schlagzeugern mit Becken ausstattet.

Auch ich darf mich seit über 15 Jahren in die Reihen der begeisterten PAISTE Artists einreihen, doch hatte ich nun endlich die Chance die Herstellung und Vielfalt in seiner ganzen Fülle kennenzulernen.

Christian Wenzel (AR Manager PAISTE), Reto Wild (Product Specialist) und Luki Linder (Social Media, Videoproduction) begrüßten mich nach dem Mittagessen zu einer ausführlichen Werksführung.

Wieviel Handarbeit steckt denn in so einem Becken? 99%!

Die Bronze Rohlinge sind letztendlich einfache Scheiben, die außer der runden Form überhaupt nichts mit einem spielbaren Becken zu tun haben. Und hier beginnen nun die komplett in Handarbeit gefertigten Schritte.

An der „Glühstation“ wird das Material mittig erhitzt, um hier später die Kuppe für das jeweilige Becken zu pressen. Nur mit einem geschulten Auge und einer ruhigen Hand erkennt man den richtigen Hitzegrad.

Schlussendlich kommt 100 Jährige Technik ins Spiel. Eine Stanze in Form einer überdimensionalen Nähmaschine, die das richtige Loch für die Beckenaufnahme stanzt.

Eine Etage tiefer finden sich die Spezialisten für die richtige Hämmerung und Formung des Beckens.


Mit pneumatischen Hämmern werden alle Becken einzeln nach dem Masterstück vorgearbeitet. Den Feinschliff erhalten die Becken aber mit speziellen Hämmern. In kleinster Feinarbeit bearbeiten eine Hand voll Männer und Frauen die Becken mit gezielten Schlägen, um den Cymbals ihren einzigartigen Klang und Wölbung zu geben.

Auch ich durfte ran... Spätestens jetzt wird einem klar wieviel Handwerkskunst hinter der Herstellung steckt und mit wieviel Liebe zum Detail alle Mitarbeiter an einem solchen Instrument arbeiten. In geschätzten 10 Minuten habe ich ein Becken unter Pius Aufsicht so bearbeitet, dass man Ansatzweise von einem Instrument sprechen kann. Es sieht zumindest wie ein Becken aus…

Bevor der klassische Schriftzug aufgedruckt wird geht es noch mal eine Etage höher. An einem halben Dutzend Drehmaschinen werden die charakteristischen Ober- und Unterflächen bearbeitet und die Becken von Hand abgedreht. Nun kommt auch der Glanz zum Vorschein.

PAISTE Becken sind nicht nur für ihren tollen Klang, sondern auch für deren Langlebigkeit und Optik bekannt. Ein kleiner Schritt ist die nun bevorstehende Eingravierung der Seriennummer, sowie das Auftragen einer speziellen Flüssigkeit um das Becken gegen Schmutz resistenter zu machen.

Dann darf natürlich das klassische PAISTE Logo nicht fehlen, das via Druck aufgebracht wird.

Sind alle Arbeitsschritte durchgangen, dann gibt es noch die letzte Hürde für die Becken zu bestehen. Der Sound-control-Room.

Hier arbeiten zwei Klangspezialisten, die jedes (!!!) Becken mit Hilfe des Referenzbeckens testen. Und ja, da wandert durchaus ein Becken zurück in den Recyclecontainer. Auch hier zeigt sich wieder, dass auf Qualität und die schweizer Präzision sehr viel Wert gelegt wird. Es verlassen nur die besten Becken die Manufaktur, um sich dann auf die Reise in die weite Welt zu machen.

Auch mich erreicht mein Becken wieder, das ohne mein Wissen die ganzen Stationen durchgegangen ist und mir in Folie verpackt übergeben wurde. Zugegeben, den Sound-Controll Room hat es wohl übersprungen. Aber: Wer darf schon behaupten ein eigenes Becken hergestellt zu haben.

Im Anschluss durfte ich noch mit Christian Wenzels Hilfe in Ruhe das ganze Sortiment an Becken checken, um mich für die kommende Glasperlenspiel Tour auszustatten.
Spätestens hier wird einem bewusst wieviele verschiedene Modelle und Einsatzmöglichkeiten die Becken bieten. Meine neuen Favoriten: Die
Masters Serie (extra thin).

Wer sich schon häufiger mit PAISTE Becken beschäftigt hat, der weiß, dass auch Gongs eine sehr große Rolle bei der Schweizer Firma spielt. Bis zu geschätzen 300cm Durchmesser erreichen die Gongs. Der Klang: Phänomenal und monumental!

An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei PAISTE bedanken, speziell bei Christian, Reto und Luki, die sich mit sehr viel Zeit und einer außergewöhnlichen Tour viele Gedanken gemacht haben. Dazu gibts nur noch eins zu sage: KATSCHIIIIIIIIINGGGGWOOOOOOOOOSHHHHHHHH

Texte: Bene Neuner
Photos: Paiste AG