6 DINGE AUF DIE DU BEIM KAUF EINES E-PIANOS ACHTEN SOLLTEST!

NEUES E-PIANO GEFÄLLIG? WIR ZEIGEN DIR, WORAUF DU ACHTEN SOLLTEST!

Jeder, der sich neu mit dem Piano auseinandersetzt und sich dazu entschließt es wirklich lernen zu wollen steht früher oder später vor der Entscheidung: Welches Piano ist das richtige für mich? Wo kann ich mich am besten informieren?

In diesem Beitrag möchten wir dir einen kurzen Überblick geben, was du gerade als Einsteiger beim Kauf eines E-Pianos beachten solltest und auf 6 Punkte näher eingehen, die dir bei der Auswahl des passenden Instrumentes helfen werden.

1. Der Sound

Natürlich ist der Klang eines Digitalpianos der mit Abstand wichtigste Punkt bei der Auswahl des Instrumentes. Hierbei gibt es viele Dinge zu beachten: Welche Samples werden genutzt? Wie hoch ist die Auflösung und welche Anzahl wird verwendet?

Allgemein gesprochen kann man sagen, dass der Klang digitaler Pianos meist an große und berühmte Konzertflügel angelehnt ist. So hat man bereits bei Mittelklasse Digitalpianos meist ein Spiel- und Klangerlebnis wie es sonst nur bei Konzertflügeln, beispielsweise der Marke Steinway zu finden ist.

Quick Fact am Rande: Wusstest du, dass ein Firmenautor von Steinway schätzt, dass aktuell mehr als 90% der Konzertflügel weltweit Steinway D-274 sind?

Auch das Ausklingverhalten einzelner Töne ist wichtig. Bei günstigeren Pianos ist es häufig der Fall, dass die Samples aufgrund des verfügbaren Speichers nicht in voller Länge hinterlegt sind. Der Ton wird hierbei künstlich verlängert. Je nachdem, wie gut oder schlecht dieses Looping umgesetzt ist, kann man diese feine Nuance beim Pianospiel hören.

Apropos feine Nuancen – wer schon etwas professioneller unterwegs ist oder vom Konzertflügel kommt und sich gerade nach einer Alternative für Zuhause umschaut, der sollte sich auch nach weiteren Klangfeatures von Digitalpianos umschauen. So zum Beispiel die Simulation von Saiten- und Dämpferresonanzen.

Saiten- und Dämpferresonanzen

Die Begriffe Saiten- und Dämpferresonanzen scheinen zunächst etwas verwirrend. Verschiedene Hersteller nutzen auch hier verschiedene Begriffe, die eigentlich ein und dasselbe beschreiben:

Beim Spielen eines Flügels werden mithilfe des Fortepedals die Dämpfer der Saiten gehoben, um das Ausschwingen der angeschlagenen Saiten zu ermöglichen. Durch dieses Abheben der Dämpfer haben andere Saiten die Möglichkeit mitzuschwingen, da sie nicht mehr gedämpft werden. Dieser Effekt macht sich besonders in den Obertönen bemerkbar. Was beim Flügel vollkommen natürlich geschieht, muss im Digitalpiano simuliert werden. Dieses scheinbar kleine Detail ist sehr wichtig und wirkt sich erstaunlich stark auf den Gesamtklang des Instrumentes aus.

2. Die Tastatur

Neben dem Klang des Pianos nimmt auch das Spielgefühl der Tastatur eine wichtige Rolle ein. Es gibt viele verschiedene Arten von Tastaturen und jede lässt sich ein bisschen anders spielen. Schauen wir uns die wichtigsten Begriffe im Bereich der Tastaturen mal etwas genauer an:

Mechanik

Die Mechanik einer Pianotastatur ist grob gesagt dafür zuständig, dass mit Drücken der Taste die entsprechende Saite im Klavier angeschlagen wird. Im klassischen Klavier oder Flügel werden viele verschiedene Arten von Mechaniken verbaut, die maßgeblich den Klang und das Spielgefühl des Instrumentes beeinflussen.

Wichtung

Die Wichtung der Pianotastatur steht in direktem Zusammenhang mit der Mechanik. Beim Spielen eines klassischen Klaviers oder Flügels findet die Wichtung mehr oder weniger über die Stärke der Saiten statt. Bei Digitalpianos wird diese Wichtung direkt über die Mechanik geregelt.

Materialien und Oberflächen

Auch die verwendeten Materialien der Tastatur spielen in Sachen Spielgefühl eine wichtige Rolle. In günstigeren E-Piano Modellen finden meist Kunststofftastaturen Verwendung. In mittleren bis höheren Preislagen wird zunehmend mit Holzfurnieren an den Seiten bzw. Tasten mit Echtholzkern gearbeitet. Häufig liest man den Begriff Ivory touch oder ivory feel: Hiermit ist eine spezielle Beschichtung der Tastaturen gemeint, welche die Haptik von Elfenbein nachbildet.

3. Das Lautsprechersystem

Die besten Samples der Welt nützen einem nichts, wenn das Lautsprechersystem nicht in der Lage ist diese ordentlich wiederzugeben. Gerade bei den Lautsprechern gibt es, insbesondere in verschiedenen Preisklassen von E-Pianos, feine Unterschiede, die sich jedoch deutlich auf den Klang des Instrumentes auswirken.

So werden in günstigen E-Pianos meist zwei Lautsprecher verbaut (L/R), die das komplette Klangspektrum abbilden müssen. Je nach Preisklasse kommen auch wesentlich komplexere Lautsprechersysteme mit 4, 6 oder mehr Lautsprechern zum Einsatz.

Eine weitere wichtige Komponente der Soundsysteme sind die zum Einsatz kommenden Verstärker: Um eine möglichst optimale Berechnung und Verteilung der Klänge auf die einzelnen Lautsprecher zu gewährleisten kommen gelegentlich auch mehrere Verstärker zum Einsatz.

So zum Beispiel im GEWA UP400: Dieses besitzt 6 Lautsprecher und 3 Class-D Verstärker. Die drei Verstärker sorgen dafür, dass über die Lautsprecher (Bässe, Mitten, Höhen) auch optimal die Frequenzbereiche wiedergegeben werden können, auf die der zugeordnete Lautsprecher ausgelegt ist.

Auch die Anordnung der Lautsprecher kann entscheidend sein. So sind in professionelleren Pianos die Bässe meist unten angesiedelt bzw. sogar nach unten ausgerichtet, um den Resonanzboden eines akustischen Klaviers zu simulieren. Mitten- und Hochtöner sind meist oben angesiedelt und in Richtung des Spielers ausgerichtet. So kommt man dem Spielgefühl eines akustischen Flügels am nahsten.

4. Funktionen

Ein großer Vorteil der E-Pianos gegenüber einem akustischen Klavier sind die vielfältigen Funktionen und Einstellmöglichkeiten. Doch welche sind wirklich notwendig und worauf kann man getrost verzichten? Hier unsere Favoriten:

Split- / Layerfunktion

Die Begriffe Split- bzw. Layerfunktion begegnen einem bei der Auswahl eines passenden E-Pianos relativ häufig. Hierbei handelt es sich genau genommen um zwei verschiedene Einstellmöglichkeiten, die direkt mit den verfügbaren Klängen des Instrumentes verbunden sind.

Hierzu ein Beispiel:

Du spielst das Piano und möchtest gern zwei verschiedene Sounds auf deiner Klaviatur ablegen – Streicher in den höheren Lagen; klassischer Pianosound in den tiefen Lagen. Genau hier kommt die Split-Funktion ins Spiel: Damit kannst du zwei Sounds jeweils einem frei bestimmbaren Bereich der Tastatur zuordnen.

Die Layer-Funktion ist im Prinzip genau das Gegenteil: Hier sollen mehrere Sounds gleichzeitig abgespielt werden. So hat man hierbei zum Beispiel die Möglichkeit zum klassischen Pianosound noch einen sanften Streicherklang darüber zu legen.

MP3 Wiedergabe/ Bluetooth

Die Wiedergabe von MP3-Dateien ist gerade für Einsteiger ein wichtiges Feature. Hierbei wird bei vielen Digitalpianos unterschieden zwischen der Wiedergabe von Soundfiles direkt vom USB-Stick und der Verbindung von mobilen Endgeräten via Bluetooth. Gerade die Bluetooth-Funktionalität erweist sich in der Praxis meist als durchaus praktisch. So kann man beispielsweise schnell ein Lied über Spotify anhören oder sogar als Playback spielen und zum Üben nutzen.

Einige Pianos bieten neben der reinen Wiedergabe von Soundfiles auch die Möglichkeit, diese in verschiedenen Tempi abzuspielen. Dies ist gerade für Anfänger ein großartiges Feature um neue Lieder zu lernen.

MIDI In/Out

Eine MIDI-Schnittstelle am Digitalpiano zu haben ist ein weiteres großartiges Feature, welches viele zusätzliche Möglichkeiten bietet. Grundsätzlich sollte man zunächst zwischen verschiedenen MIDI-Schnittstellen unterscheiden: „klassisches“ MIDI, USB-MIDI, Bluetooth-MIDI. Alle diese Formate können in Digitalpianos vorkommen, wobei der Standard-Midi Ein- & Ausgang zunehmend von USB-MIDI abgelöst wird.

5. Effekte

Auch verfügbare Effekte spielen bei der Auswahl des richtigen Digitalpianos eine Rolle. Aber welche Effekte werden im Normalgebrauch tatsächlich benötigt?

Die zwei gängigsten Effekttypen digitaler Pianos sind Reverb-Effekte und Modulationseffekte. Diese sind meist noch in weitere Untergruppen gegliedert wie zum Beispiel Chorus, Tremolo, Phaser, Flanger. Auch in den Reverb Effekten sind meist verschiedene Presets vorhanden.

6. Wo wird's gemacht?

In Zeiten zunehmender Globalisierung spielt die Frage danach, wo und unter welchen Bedingungen ein Produkt eigentlich hergestellt wird meist auch eine Rolle. Wie in einigen anderen Produktkategorien werden viele Artikel meist in Fernost unter wirklich schlechten Arbeitsbedingungen und Einhaltung von mittelmäßigen Qualitätskriterien hergestellt.

Wir bei GEWA versuchen mit unserer Piano-Serie GEWA Made in Germany einen komplett anderen Weg einzuschlagen. Die Produktion findet unter Nutzung neuester Technologien weitestgehend in Deutschland statt. Dies hat neben ökologischen Aspekten auch den Vorteil, dass bei Qualitätsproblemen sehr schnell reagiert werden kann und man in der Lage ist einen ausgezeichneten Kundenservice zu bieten.

Texte: Tizian Lederer // GEWA music
Photos: Mandy Mellenthin // GEWA music