GEWA PRO ANDALUS GITARREN

DIE KÖNGISDISZIPLIN DES KLASSISCHEN GITARRENBAUS

Nimmt man eine Höhlenmalerei, die einen Resonanzkasten mit einer Art aufgespannter Saite zeigt, als Ausgangspunkt der Geburtsstunde der Gitarre, dann waren gitarrenähnliche Konstrukte bereits vor etwas 14.000 vor Christus als Instrumente im Einsatz. 2.500 bis 1.500 vor Christus finden sich in Persien die sogenannte „Târ“: vier Saiten auf einem mit einer Tierhaut überzogenen Korpus.

Namentlich brachten uns die Griechen zwischen 800 bis 150 vor Christus schon in die richtige Richtung: Kithara nannten sie ihr Instrument, das auf den ersten Blick eher an eine Harfe erinnert.

Um das Jahre 700 nach Christus brachten dann die Mauren ihre „El Oud“, woraus sich später das Wort „Laute“ ableitete, nach Spanien. Hier haben wir dann schon einen klar definierten Korpus der auf der Hinterseite abgerundet ist. Dieses Prinzip ist sogar heutzutage noch bei Ovation Gitarren in Verwendung, da diese Form ein besseres Abstrahlungsverhalten generiert.

Im 16. Jahrhundert entwarfen die Spanier, auf Grundlagen der „Oud“, die sogenannte Vihuela, die mit zwölf Bünden und Saiten aus Tierdarm ausgerüstet war. Die Rückseite wurde abgeflacht und man kam der Optik einer heutigen Gitarre schon sehr nahe.

Mit der Barockgitarre, der Mandora und der sogenannten Guitarra entwickelten sich im 17. Jahrhundert diverse Bauweisen. Man einigte sich auf sechs Einzelsaiten und auf Grundlagen der Bauweise und Stimmung.

Eine genaue Geburtsstunde der klassischen Gitarre lässt sich nicht mit Sicherheit definieren, aber im 19. Jahrhundert erweckte der Spanier Antonio de Torres (1817-1892) die Gitarre in der heutigen Form zum Leben: Schallloch, Drehmechanik, erhöhter Steg , feste Bünde. Der Gitarrenkörper wurde vergrößerte und dünneres Holz verbaut. Der Klang wurde durch eine spezielle Fächerbeleistung der Decke verbessert. Der Namen Spaniens hat sich dadurch neben der Seefahrt, Sonne, Meer, Rotwein und Tapas auch für immer mit dem Klang einer klassischen Gitarre verbunden.

Einen besonderen Augenmerk sollte man auch auf den sogenannten „Spanischen Halsfuß“ richten. Gilt er doch als höchstentwickelte Bauform um den Gitarrenhals mit dem Korpus zu verbinden. Anders als bei einer angesetzten Verbindung, beispielsweise der Schwalbenschwanzverbindung oder der sogenannten deutschen Halsverbindung, werden hier die Zargen (Seitenteile der Gitarre) des Korpus beim Zusammenbau direkt in dafür vorgesehene Schlitze im Halsfuß eingesetzt.

Der Gitarrenhals ist somit direkt mit dem Resonanzkörper (Korpus) verbunden. Schwingungen können sich frei ausbreiten und werden nicht durch Leimfugen unterbrochen. Das Gesamtgewicht der Gitarre wird bei besserer Stabilität geringer und in Kombination mit anderen Komponenten (massive Decke, spezielle Deckenbeleistung) ein anhaltendes Sustain und ein vollerer Klang erzeugt.

Mit dem Bau einer klassischen Gitarre nach spanischer Bauart sind wir definitiv in der Königsklasse des Gitarrenbaus angekommen. Ist es doch die Kunst die Balance zwischen optimaler Klangausbeute und maximaler Stabilität zu halten.

Wichtig sind natürlich auch die verwendeten Hölzer, die im Idealfall bei guten Stabilitäts- und Schwingungseigenschaften nicht zu schwer sind und optimal getrocknet verbaut werden. Traditionell werden gerne Fichte und Zeder für die Decken, Mahagoni und Palisander für Zargen und Boden und Ebenholz und Palisander für Steg und Griffbrett verwendet. Gerade bei Flamenco Gitarren kommt auch gerne mal Zypresse zum Einsatz. Im Sinne der Natur und des Schutzes des Regenwalds kommen heutzutage auch sehr viele andere Hölzer aus nachhaltigem Anbau zum Einsatz.

Im Zuge der 2017 in Kraft getretenen CITES-Bestimmungen zum Schutz von Palisander musste im Traditionsbehafteten Instrumentenbau allgemein umgedacht werden. So auch bei der GEWA Pro Andalus Serie, die sich auf der einen Seite dem traditionellen spanischen Gitarrenbau verschrieben hat, aber auf der anderen Seite auch neue Wege beschreitet: Es werden umweltfreundliche Polyurethan-Lackierungen verwendet. Anstatt Palisander werden Hölzer wie Zebrano, Akazie, Ovankol und Purple Heart genutzt. Durch die Herstellung in Europa werden die Instrumente bei der Herstellung und dem Transport weniger Stress durch Klimatischen Einflüssen ausgesetzt.

Historisch gesehen ist der Weg der Gitarre natürlich an dieser Stelle nicht stehen geblieben.

Stahlsaitengitarren, E-Gitarren und all die Saiteninstrumente die in der Zwischenzeit noch aus der Entwicklung der Gitarre hervorgegangen sind. Neue und noch präzisere Herstellungsmöglichkeiten durch CNC-Technik. Künstliche Materialien die stabiler und schwingungsfreudiger im Vergleich zu Holz sind. Elektronik die den natürlichen Klang optimiert und erweitert. Der traditionelle Gitarrenbau wird auch in Zukunft seinen Weg weiter gehen, im Fokus sollte die Optimierung von Herstellungsmethoden, die Schonung von Ressourcen und der Umweltgedanken liegen.

Quelle:

https://music2me.de/magazin/geschichte-der-gitarre

Texte: GEWA Guitars
Photos: GEWA music
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